"Die Protagonisten sind uns bekannt"

Witten - "Die Protagonisten sind uns bekannt", sagt Leo Heitfeld, Leiter des Staatsschutzes im Polizeipräsidium Bochum in Bezug auf die rechte Szene in Witten. Am Wochenende hatte Verfassungsschützer Thomas Pfeiffer die Dortmunder Nazi-Szene mit knapp 100 Mann als die größte in NRW bezeichnet. Nach Angaben von Heitfeld zählt der aktive Kern in Wittener zehn bis 30 Personen, die von der Polizei beobachtet werden. "Aber wir stehen am Ende der Fahnenstange und kommen erst zum Einsatz, wenn eine Straftat vorliegt", erklärt Heitfeld. Wichtig sei daher die Vernetzung mit dem Jugendamt, die vor allem dann greift, wenn die Beamten auf Neuzugänge stoßen. Wir gehen schon mal zu denen nach Hause und sagen: 'Guten Tag, wir sind vom Staatsschutz'", sagt Leo Heitfeld. "Das wirkt, vor allem bei den Eltern."

In der Ruhrstadt sind die "Freien Nationalisten Witten" die auffälligste Gruppe. Im Internet propagieren sie ganz offen den "Kampf gegen antideutsche Kräfte", zeigen Namen und Bilder von Mitgliedern der Anitfa. Dass die politisch motivierten Gewalttaten in Witten meist zwischen Linken und Rechten stattfinden, weiß auch Staatsschützer Leo Heitfeld: "Die kennen sich seit der Jugend, nur haben sie unterschiedliche Wege eingeschlagen." Die Gewalt könne dennoch jeden treffen, warnt er.

Quelle: Ruhr Nachrichten (27.September 2007)

Züruck