Witten.
Doch kein Rechter meldete sich und so begrüßte der freie Journalist die leider nur wenigen Zuschauer, darunter auch Mitglieder des Wittener Bündnisses gegen Rechts.
„Ich bin es gewohnt, dass nur wenige kommen. Das Thema Rassismus ist populär, wenn es im Fernsehen oder der Zeitung abgehandelt wird. Aber nur wenige engagieren sich persönlich wie hier”, so Sundermeyer. Zwei Jahre recherchierte der Wahl-Berliner im rechtsextremen Milieu. Zusammen mit Kollege Christoph Ruf veröffentlichte er seine Ergebnisse im Februar in dem „Schwarzbuch NPD”.
Erschreckend: Die rechtsextreme Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) versucht, immer weiter in die Mitte der Gesellschaft vorzurücken. Sundermeyer weiß, wovon er schreibt. Denn er sprach mit Parteifunktionären, die Fußballvereine für Jugendliche gründen sowie Mitläufern, die gezielt Vereinskollegen für rechte Ideologien begeistern wollen.
Mit ruhiger Stimme und manchmal süffisantem Unterton liest er Reportagen aus seinem Buch. Doch es ist nicht nur die vermeintliche Leichtigkeit, mit der sich rechte Politik und Neonazis in Ostdeutschland etablieren. Speziell für die Wittener liest Sundermeyer Reportagen aus dem Dortmunder Milleu. „Die Rechten hier im Westen sind ganz anders als im Osten.” Keine Nazis im Nadelstreifenanzug, die den normalen Bürger für ihre Ziele begeistern wollen. Sondern harte Kerle mit schwarzen Kapuzenpullis und dunklen Sonnenbrillen, die ihre Rädelsführer bei Demos bändigen müssen.
Auch diese analysierte der Autor, nachdem er selber mitmarschiert war. Ein Problem: So genannte ANs, Autonome Nationalisten, kopierten Outfit und Parolen von linken Demonstranten und erschwerten so die Unterscheidung für Unwissende.
Als ehemaliger Dortmunder interessiert sich Sundermeyer vor allem für die Unterwanderung der Borussia-Dortmund-Fans durch solche ANs und widmete ihr das Kapitel „Außer Kontrolle”.
Mehr Info unter www.in-der.npd.de.
Quelle: WAZ Witten (24.04.09)