Interview Mai 2009

Thorsten Crämer (Wahlkampfleiter NPD-KV EN / Wuppertal)

 

 

Hallo Thorsten,
erst einmal herzlichen Dank für die spontane Zusage für dieses Interview.

Stell Dich uns und den Lesern doch einmal kurz vor und erläutere uns deinen bisherigen politischen Werdegang und warum Du speziell diesen politischen Weg gewählt hast??

Ich wurde 1975 geboren und stamme aus einer kernnationalen Familie mit Traditionslinien sowohl aus dem Bereich der Nationalsozialisten als auch der Deutschnationalen (DNVP). Meine eigene politische Bewußtwerdeung als Nationalist resultiert jedoch weniger aus direkter politischer Beeinflussung aus der Familie als vielmehr aus meinem bereits in der Kindheit großem Interesse an Geschichte, Politik, Geographie und Kultur. Vergleicht man selbst den Zustand des BRD-Staates und seiner Gesellschaftsordnung in den achtziger Jahren mit der Größe der deutschen Vergangenheit, wird einem speiübel. Aus der Kenntnis des Vergangenen und der Betrachtung des Gegenwärtigen entstand bei mir der Vorsatz, alles dafür zu tun, daß unser Volk und Land zu Einheit, Freiheit und alter Größe zurückfindet. Mit dem Bündnis von DVU und NPD in der Liste D schien mir damals ein errfolgversprechendes Instrument gefunden, um gegen die Teilung Deutschlands und die zunehmende Überfremdung zu kämpfen. Nach dem Wahlerfolg in Bremen 1987, dem ersten Landtagseinzug einer nationalen Partei nach fast zwanzig Jahren, traten ich und einige Freunde aus unserer damaligen Jugendclique in die DVU ein. Wir engagierten uns sehr bei den Europawahlen des Jahres 1989 und mußten erleben, daß die REP die Früchte unserer Arbeit aufgrund des höheren Bekanntheitsgrades nach der Berlin-Wahl ernteten. Dennoch traten wir nicht wie viele andere zu den REP über, die uns bereits damals als zu angepaßt und reaktionär erschienen, hinter ihrem Populismus kein tragfähiges politisch-theoretisches Gegenkonzept zum herrschenden System hatten und bereits in Namen und Symbolik keinen nationalen Traditionsbezug vermittelten.

Von der seinerzeitigen DVU distanzierte ich mich mit zunehmender politischer Reife. Das eher einem Buchclub älterer Herren entsprechende Parteileben ohne richtige Strukturen, viele Knallchargen unter den Mitgliedern und die peinlichen Auftritte von Kandidaten und Landtagsabgeorneten ohne jegliche Qualifikation machte die Partei bald eher zu einem Gegenstand des Amüsements, dem man nur noch mangels gangbarer Alternativen angehörte.

Der Versuch, im EN-Kreis einen DVU-Kreisverband aufzubauen, scheiterte an mangelnder Unterstützung und Desinteresse der Landespartei (der NRW-Vorsitzende Wiegräfe wohnte in Burgdorf bei Hannover und hatte von Politik so viel Ahnung wie der Heilige Vater vom Geschlechtsverkehr). Treffen hätten im Altersheim stattfinden müssen und große Teile der vorgeblichen Mitglieder wußten nichts von ihrem "Glück". Sie hatten bei Dr. Frey mal ein Buch, die Nationalzeitung oder eine "herrliche Gedenkmedaille" bestellt und waren daraufhin zu Mitgliedern ehrenhalber "ernannt" worden. Klar, daß die DVU so auf dem Papier die mitgliederstärkste Rechtspartei war.

Bereits seit Mitte der Neunziger pflegte ich Kontakte zur NPD, die allerdings damals in weiten Teilen auch in einem trostlosen Zustand war. Nachdem aber durch das Wirken der seinerzeitigen JN ein Erneuerungsprozeß in Gang gekommen war, trat ich nach dem Tag des Nationalen Widerstandes in Passau 1998 zur NPD über.
In der NPD bekleidete ich diverse Funktionen, allerdings zeitweise zu viele auf einmal, was dem Mangel an qualifiziertem Personal geschuldet war. So war ich 1999 / 2000 zeitgleich Kreisvorsitzender im EN-Kreis und Hagen, Bezirksvorsitzender von Südwestfalen, Mitglied im NPD-Landesvorstand, JN-Landesvorsitzender, Beisitzer im JN-Bundesvorstand und Schulungsleiter. Zusätzlich bin ich noch seit 1999 Stadtrat in Schwelm.
Bei so vielen Funktionen kann man keine davon mit der dafür nötigen Energie bearbeiten. Daher konzentriere ich mich nun seit längerem auf den Strukturaufbau in unserer Region. Bereits jetzt ist der Ennepe-Ruhr-Kreis der Landkreis mit den meisten NPD-Mandaten. Nachdem wir 1999 in den EN-Kreistag und den Schwelmer Rat einzogen, konnten wir 2004 zusätzlich noch Mandate in Hattingen und Witten gewinnen. Die Schaffung einer breiten kommunalen Basis ist - wie insbesondere Sachsen zeigt - die Grundlage für darüber hinausgehende Erfolge. Daher gilt mein derzeitiges Augenmerk der Organisation der diesjährigen Kommunalwahlen, bei denen wir zusätzlich noch in Gevelsberg, Ennepetal, Herdecke, Wetter und der benachbarten Großstadt Wuppertal antreten.

 

Zu Beginn möchte ich von Dir wissen, wie Du die Lage der Partei siehst, nachdem Udo Voigt trotz des Kemna-Skandals erneut zum Parteivorsitzenden gewählt wurde, und welche Auswirkungen dies für die Zukunft der NPD haben wird bzw. kann.

Udo Voigt ist schon seit meinem Eintritt in die Partei unser Vorsitzender. Menschlich ist er in Ordnung und hebt sich wohltuend von der Abgehobenheit eines Schlierer und anderer Möchtegernführer ab, als er stets kameradschaftlichen Umgang mit den Mitgliedern pflegt. Ebenso glaube ich an seine Integrität. Von den dubiosen Machenschaften Kemnas hat er sicher nichts gewußt, wobei es sicherlich für jeden nicht in Finanzbuchhaltung kundigen Zeitgenossen schwierig sein dürfte, solche Konvolute wie die Buchführung der Gesamtpartei zu durchschauen.

Dennoch muß sorgfältig zwischen der menschlich-kameradschaftlichen Seite der Sympathie für Udo Voigt und den politischen Folgen des Kemna-Skandals unterschieden werden.

Die drohenden finanziellen Kalamitäten einerseits und die Gegnerschaft der sächsischen und mecklenburgischen Fraktionen mit ihrer nicht zu unterschätzenden Hausmacht haben Udo Voigt in das Gravitationsfeld Jürgen Riegers gebracht. Auch wenn immer wieder von seiner als auch von der Seite des übrigen PVs dementiert wird, daß seine Finanzstärke politischen Einfluß bedingt: Rieger hat zwischen den Zeilen - so auch bei einer Aktivistentagung in Wattenscheid durchblicken lassen, daß er für seine Finanzspritzen politische Vorgaben und Bedingungen anbringt. Aus seiner Sicht mag das legitim sein, ob aber seine Intentionen politisch förderlich sind und den programmatischen Grundsätzen der NPD entsprechen, das wage ich stark zu bezweifeln.

In einem Punkt hatte Andeas Molau nämlich ohne Zweifel recht: Ein Vorsitzender muß im Sinne der politisch-theoretischen Grundsätze der Partei klarstellen, was geht und was nicht.  Zwar ist es nicht zu leugnen und durchaus auch gut so, wenn eine Partei, die sich als Volksbewegung versteht, verschiedene Flügel umfaßt und unterschiedliche Spektren, von Nationalkonservativen über Nationalliberale bis hin zu eher sozialistisch Denkenden und Nationalrevolutionären, anspricht.

Aber wohin wir wollen - und auch was wir nicht wollen -, wenn wir einmal die Macht dazu haben werden, das muß schon in einem für alle vertretbaren Rahmen bleiben, dem des von den Parteigremien beschlossenen Programms.

Weder darf eine Verschiebung im politischen Koordinatensystem stattfinden, die uns den hoffnungslos gescheiterten populistischen Eintagsfliegen wie Schill oder den butterweichen Republikanern nacheifern ließe, noch darf der Eindruck entstehen, die NPD sei nur ein Provisorium für eine später wieder ins Leben zu rufende NSDAP. Die NPD darf nicht ideologisch an den Rändern ausfransen, so daß jeder sein persönliches Geschmäckle hineininterpretieren kann.

Natürlich muß ein Parteivorsitzender unterschiedliche Strömungen integrieren. Aber es darf nicht der Eindruck des Lavierens entstehen, wenn man mit jedermann gut Freund sein möchte. Denn das funktioniert nicht. Man kann nicht an einem Tag im Parteivorstand Resolutionen gegen einen "Schwarzen Block" von rechts verabschieden und an am nächsten Tag die Betreffenden bei Veranstaltungen explizit begrüßen  - nach dem Motto "War alles nicht so gemeint".

Ohne jetzt dieses konkrete Beispiel bewerten zu wollen: Man muß schon eine glaubwürdige Linie durchziehen.

Für bedenklich halte ich es in Sachen Entwicklung der Gesamtpartei, wenn wegen der Personalie Rieger - und nicht wegen Voigts Verantwortung für das Wirken des ehemaligen Bundesschatzmeisters - das Tischtuch zwischen Holger Apfel und Udo Voigt zerschnitten wird. Deren Zusammenarbeit war binnen des letzten Jahrzehnts ein Garant für die positive Entwicklung der Partei.

Um so mehr empört es mich, wenn auch hier in NRW viele Kameraden in und außerhalb der NPD-Verbände, die zum Teil noch nie ein Wort mit Holger Apfel, Jürgen Gansel oder Sascha Roßmüller gewechselt haben, den aus Hamburg ausgestreuten Latrinenparolen aufsitzen, die Genannten seien Liberalisten, Angepaßte, verkappte REPs oder wollten zur DVU wechseln. Im Gegensatz dazu rede ich mit diesen Freunden und Kameraden häufig und kann sagen:

Nichts davon ist wahr. Richtig ist allein, daß diese versuchen, mit Vernunft - und auch erkennbarem Erfolg - nationalistische Politik zu machen, die vom Volk angenommen wird. Die demographische Uhr tickt gegen uns, so daß wir nicht mehr viel Zeit haben und alles unterlassen sollten, was uns vom Volk isoliert und in den Geruch einer Sekte bringt. Daß man etwa die Anti-Moschee-Kampagne von Beisicht und Co. als vorbildlich für die Erreichung der Öffentlichkeit ansieht, muß doch nicht heißen, daß man auch deren Israel-Liebedienerei, den Alibi-Neger und die Schwulen-Fahnen toll findet und kopiert.

Genauso implementiert ein bürgernaher und ansprechender Kurs in Sachsen keineswegs eine ideologische Verbiegung und Unterordnung unter das BRD-System. Im Gegenteil: Diesem System schadet man am meisten dadurch, indem man möglichst viele Volksgenossen auf unsere Seite zieht. Ich habe bereits vor einigen Jahren meine Ansicht deutlich gemacht, daß dabei die Zusammenarbeit mit einigen Personen und Gruppen wenig förderlich ist, da hier ein abschreckendes oder lächerliches Bild vom NW transportiert wird, daß uns allen - NPD, DVU und freien Nationalisten - nachhaltig schadet. Auch bei dieser Gelegenheit zeigte sich wieder die bei vielen nicht vorhandene Fähigkeit zur Differenzierung und die Neigung zum reinen Schwarz-Weiß-Denken.

Gerade jetzt, wo das liberal-kapitalistische System eine entscheidende Krise erlebt, muß die NPD Einigkeit und Vernunft vorweisen können, damit sie sich als einzig sinnvolle Alternative den betroffenen Volksgenossen anbietet. Um so mehr ist darauf zu achten, daß Kräfte, die - sei es aus Verbohrtheit oder weil man sie dafür bezahlt - danach trachten, unsere Partei durch ideologische Radioaktivität im Volk zu isolieren, keinen Einfluß bekommen. Denn immer wieder, wenn sich im Volk oppositionelle Strömungen regen, greifen die Herrschenden mit Hilfe ihrer Geheimdienste und Medien zu miesen Tricks, um uns zu diskreditieren. Nach den Wahlerfolgen von REP und DVU 1992 kamen Solingen, Mölln, etc.. 2000 versuchte man die NPD mit obskuren Ereignissen wie Synagogenbrandstiftungen und dem Debakel von Sebnitz in Verbindung zu bringen. Weil ich selbst bekanntlich auch Opfer der Machenschaften von Agents provocateurs wie Kevering und Hausweiler war (Kemna 2000), bin ich in dieser Frage sehr sensibilisiert und rechne tagtäglich damit, daß man von interessierter Seite versucht, uns neue lustige Kuckuckseier ins Nest zu legen.

Wenn dergleichen vermieden werden kann, ist mir um die Aussichten der Partei und des gesamten NW für die nahe Zukunft nicht bange. Wirtschaftlich und sozial geht es steil bergab und dies bringt viele zum Nachdenken, die sich bisher mehr mit DSDS und Barbara Salesch als mit Politik beschäftigt haben.

 

Wie zu Beginn des Jahres 2009 bekannt wurde, droht der NPD neues finanzielles Ungemach. Der Partei wird vom Bundestag vorgeworfen, für das Jahr 2007 einen falschen Rechenschaftsbericht abgegeben zu haben. Nun drohen der Partei Rückzahlungen in Höhe von 1,9 Mio. Euro. Die etablierte Politkaste ist nur gewillt, Auszahlungen an die NPD zu leisten, wenn diese entsprechende Sicherheiten vorweisen kann.
Diese Vorwürfe durchlaufen mittlerweile die Systempresse und sind ein gefundenes Fressen für die Kloakenjournaillie.
Wie würdest Du diese Vorwürfe beurteilen und wie geht es diesbezüglich mit der NPD weiter?

Eine letztendlich fundierte Stellungnahme zu dem Gesamtkomplex Finanzen und den Zahlungsforderungen der Bundestagsverwaltung kann ich als Kreisschatzmeister mangels Kenntnis aller Fakten gar nicht abgeben. Die Partei wird sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln juristisch gegen diese Schikanen wehren, allzumal augenscheinlich durch das Treiben Kemnas ja der Partei und nicht dem Steuerzahler ein Schaden entstanden ist. Die Höhe der staatlichen Parteienfinanzierung bemißt sich am Beitrags- und Spendenaufkommen. Das Wirken des mutmaßlichen Agenten Golkowski in Thüringen betraf diesen Komplex, nicht aber die Veruntreuungen des Erwin Kemna. Daß es schließlich auch Probleme mit dem Rechenschaftsbericht für 2007 gab, ist doch nicht zuletzt Resultat der Beschlagnahme aller Finanzunterlagen durch die StA Münster. Wenn ich zunächst ohne jede Dokumentengrundlage und dann unter immensem Zeitdruck arbeiten muß, sind Fehler des Schatzmeisters geradezu vorprogrammiert.

Dies alles ist aber Teil der offen proklamierten Taktik, die NPD finanziell "auszutrocknen", wenn man sie schon nicht verbieten kann. Ein perfides Vorgehen, daß aber schlußendlich genauso als Rohrkrepierer enden wird wie das Verbotsverfahren, weil man damals genau wie heute die Grundlagen des Vorgehens selbst geschaffen hat. Damals die  primitiven Pamphlete eines Wolfgang Frenz, heute Wegnahme der Arbeitsgrundlagen des Schatzmeisters....

Der Idealismus und Durchhaltewille unserer Mitglieder wird aber auch diesen Angriff des Systems durchstehen, davon bin ich fest überzeugt.

 

Das Jahr 2009 ist ein Superwahljahr, in dem die etablierte Politik Hetze und Repressionen gegen national denkende Menschen stärker betreibt als sonst, weil sie zurecht befürchtet, daß demnächst ein anderer Wind in den Parlamenten wehen könnte.
Für die Bevölkerung wird eine Art Pogromstimmung  gegen "Rechts" betrieben und durch die Systempresse geistert tagtäglich das angeblich böse Bild der Nationalisten.
Wie gehst Du persönlich mit den Repressionen, denen Du täglich ausgesetzt bist, um?

Im Gegensatz zu vielen, die sich über Willkür und Repression beständig aufregen - in REP- und PRO-Kreisen eine der beliebtesten Beschäftigungen - sehe ich diese Abwehrmaßnahmen der Herrschenden primär als Bestätigung unseres Wirkens an. Schlimmer wäre, wenn man uns ignorieren und totschweigen würde, bzw. dies überhaupt könnte. Noch schlimmer wäre, wenn man uns lächerlich finden würde - woran, wie bereits erwähnt, leider einige exzentrische "Mitstreiter" im NW beständig arbeiten. Denn Lächerlichkeit tötet. So aber dokumentiert das ganze System aus Parteien, Kirchen, Medien, Gewerkschaften, Justiz und Antifanten doch tagtäglich, daß sie schon jetzt mehr Angst vor uns haben, als sie angesichts unser personellen, finanziellen und organisatorischen Situation im gegenwärtigen Stadium haben müßten.

Da, wo wir uns mit staatlichen Schikanen und dem Terror des politischen Gegners konfrontiert sehen, gilt es, Ruhe und überlegene Vernunft zu wahren, um dann mit Kreativität und Ironie die gegnerischen Mechanismen auszuhebeln. Im Augenblick sehen wir uns vorzugsweise in Wuppertal solchen Angriffen ausgesetzt, da man dort ebenso heftig wie vergeblich versucht, unseren Stadtratseinzug zu verhindern. Die Akteure, die zum Beispiel immer wieder Infostand- und Mahnwachentermine aus der Stadtverwaltung heraus an die Bolschewiken verraten, sind allesamt bekannt. Vor ihren Wohnanschriften wird es, insbesondere nach Abschluß der vordringlichen Unterstützungsunterschriftensammlung, Kundgebungen geben, um die Anwohnerschaft über ihr antidemokratisches und deutschfeindliches Treiben in der Form aufzuklären, wie es diese Berufsdenunzianten immer wieder mit bekannten Nationalisten tun.

Dabei müssen die antideutschen Kreise durch unsere Aktionen immer wieder dicke Kröten schlucken. Die am 09. Mai in Wuppertal-Barmen durchgeführte NPD-Mahnwache gelangte besonders durch die hilflosen Aktionen der Gegendemonstranten zu Aufmerksamkeit bei Passanten und Medien.
Schon allein die Tatsache, daß dieselbe zum wiederholten Male auf dem Bismarckplatz stattfand, den die politisch korrekten Systempolitiker in "Geschwister-Scholl-Platz" umbenannt haben ist für diese Kreise eine unerhöhte Provokation, obwohl der Standort wegen seiner zentralen Lage und nicht des Namens wegen von uns gewählt wurde.
Trotzdem hatte etwa der Wuppertaler CDU-OB Jung im letzten Jahr einen Infostand verbieten lassen, weil er am 19. (!) April, einen Tag vor dem Geburtstag des Herrn aus Braunau, auf diesem Platz stattfinden sollte. Die sei eine "Provokation für die Opfer des Nationalsozialismus". Dieses induzierte Irresein richtet sich selbst.

Persönlich habe ich bezüglich der Repressionen ein dickes Fell. Ich habe genügend Überfälle auf Infostände und Versammlungen mit zum Teil schweren Auseinandersetzungen erlebt, wurde im M-V- Wahlkampf aus einem besetzten Haus heraus beschossen, habe x Anschläge auf mein Wohnhaus erlebt und durfte 17 Monate U-Haft in der nicht sehr wohnlichen Essener "Krawehle" verbringen. Danach erschüttert einen nix mehr allzu sehr.

 

Bleiben wir beim Superwahljahr 2009.  Fangen wir als erstes mit der am 7. Juni 2009 stattfindenden Europawahl an, an welcher die NPD nicht teilnimmt, sondern ihrem Deutschlandpakt-Partner DVU den Vortritt läßt. Nachdem im Jahre 2007, nach dem EU-Beitritt Rumäniens und Bulgariens, die ITS-Fraktion (Identität, Tradition und Souveränität) von  nationalorientierten EU-Parlamentariern gegründet wurde, ging innerhalb des Europaparlaments natürlich diesbezügliches Zeter- und Mordiogeschrei seitens der Etablierten um.
Wie siehst Du die Chancen für die DVU bei der Europawahl und wäre es sinnvoll für die DVU, sich im Falle eines Einzuges in das Europaparlament einem Zusammenschluß nationaler Parteien in einer Nachfolgefraktion der ITS anzuschließen?

(Anmerkung: Die ITS existiert nach dem Zerwürfnis von Alexandra Mussolini mit der Großrumänien-Partei und dem darauf folgenden Austritt der Rumänen nicht mehr....)

Die europäische Vernetzung der nationalen Kräfte ist meines Erachtens die conditio sine qua non für das Überleben unseres Kontinents als Heimat der weißen Menschen und als Träger der Kultur. Beides ist bedroht durch die Masseneinwanderung aus der dritten Welt und den Amerikanismus, dessen Sieg in zwei Weltkriegen die heutigen Verhältnisse erst möglich gemacht hat.
Jedes europäische Land ist allein zu schwach, diese existentielle Bedrohung zu meistern. Daher müssen wir schwelende zwischenstaatliche bzw. zwischennationale Konflikte zurückstellen, selbst wenn dies zum Teil bittere Pillen sind. Mein Ziel bleibt die Vereinigung aller deutschen Menschen in einem gemeinsamen freiheitlichen Staat, so wie ihn die großen Vorbilder der Nationaldemokratie in der Paulskirche 1848 schaffen wollten. Dennoch kann über einen Umstand nicht hinweggegangen werden:

Was nützt es diesem Gedanken, wenn etwa Südtirol oder das Elsaß zum Mutterland zurückkämen, dort aber im einen Fall mehr rumänische Zigeuner, im anderen algerische Araber als Tiroler oder Elsässer einzusammeln wären?
Und darauf läuft es hinaus. In Südtirol leiden mittlerweile Deutsche, Ladiner und Italiener gleichermaßen unter Überfremdung, Islamisierung und Ausländerkriminalität. In Straßburg und Mülhausen müssen Deutsche und Franzosen gleichermaßen Angst vor dem in den Banlieues drohenden Gewaltpotential haben. Städte wie Rotterdam, Marseille oder London sind noch schlimmer dran als Berlin-Neukölln oder Köln-Chorweiler. Selbst klassische Auswanderungsländer wie Griechenland, Spanien, Portugal und Italien haben mittlerweile massivste Probleme.

Wir sitzen alle im gleichen Boot und daraus ergibt sich die Konsequenz, daß wir auch alle fest und koordiniert rudern müssen, um aus dem Sumpf herauszukommen. Das heißt, daß wir mit den gleichgesinnten Parteien im europäischen Ausland zusammenarbeiten, aber auch durchaus versuchen sollten, mit patriotisch gesinnten Ausländern aus diesen Ländern in Deutschland ins Gespräch zu kommen - immer unter dem Vorbehalt natürlich, daß auch für sie kein Daueraufenthalt hierzulande vorgesehen ist.

Einen Einzug der DVU in das Europaparlament halte ich trotz verbesserter Rahmenbedingungen für unwahrscheinlich. Das liegt zum einen daran, daß die neue Führung des von mir durchaus geschätzten Matthias Faust kaum innerhalb von ein paar Monaten aus dem bereits geschilderten Rentner-Lesezirkel eine funktionierende Partei machen kann, die einen bundesweiten Wahlkampf personell, finanziell und organisatorisch stemmen kann. Allein in NRW existiert die DVU außerhalb von Dortmund doch weitestgehend nur auf dem Papier. Wer soll da 17 Millionen Einwohnern nahebringen, daß die aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwundene DVU zur Europawahl antritt? Manche der wenigen brauchbaren Aktívisten haben sich zudem noch in der letzten Zeit in Richtung NPD verabschiedet, wie Axel Thieme in Dortmund oder sind zu den Pro-Truppen übergelaufen, wie Udo Schäfer im Oberbergischen. Auch wenn PRO eine sehr überschaubare Lebensdauer haben dürfte, wie alle anzulegenden Maßstäbe deutlich zeigen, hat dieser Aderlaß die DVU zusätzlich geschwächt.

Daher glaube ich derzeit nur ein 1%-Ergebnis für die DVU, die ich als unseren Bündnispartner selbstverständlich wählen werden und zu deren Wahl wir auch unsere Mitglieder und Sympathisanten aufrufen werden. Wenn so die Parteienfinanzierungsgrenze von 0,5% geschafft wird, ist dies sicherlich schon eine Stärkung der Partei.

Im Umkehrschluß ist es wichtiger, das nach wie vor als Polit-Zombie umhergeisternde Ärgernis Republikaner unter die 0,5% zu drücken, da bekanntlich die Staatsknete der einzige Antrieb für Schlierer, die "Europa-Retterin" Uschi und die bayerische Polit-Karikatur Gärtner-Johann ist, den intellektuell insolventen Laden noch am Leben zu erhalten.

Für uns als nicht antretende Partei ist es eventuell sogar besser, daß die DVU nicht mehr so bekannt ist, da ein Mißerfolg bei der Europawahl auch uns bei den folgenden Wahlen in Thüringen, Sachsen und im Saarland sowie unseren eigenen Kommunalwahlen schaden könnte.

Sollte die DVU aber wider Erwarten einziehen, sollte sie natürlich auch versuchen, mit anderen patriotischen Organisationen zusammen die Vorteile eines Fraktionsstatus zu erreichen. Unter welchem Namen auch immer, da die ITS nach dem Austritt der Rumänen bekanntlich nicht mehr existiert.

 

Wie siehst Du die Chancen für die NPD bei den Kommunahlwahlen am 7.Juni 2009 in
Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz,  dem Saarland, Thüringen und den Teil-Kommunalwahlen in Sachsen und Sachsen-Anhalt?

Wie in NRW gilt auch bei den Kommunalwahlen in anderen Bundesländern: Wenn keine 5%-Hürde existiert und flächendeckend und/oder konkurrenzlos angetreten wird, schaffen wir auch den Einzug. Spektakuläres kann man dabei allerdings nur in Mitteldeutschland und ggf. im Saarland erwarten. Da aber bei Kommunalwahlen viel von den örtlichen Gegebenheiten und der Vorzeigbarkeit und Bekanntheit des politischen Personals abhängt, kann man hier kaum eine einheitliche Prognose abgeben.

 

Weiterhin stehen am 30.August 2009 die Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen,
dem Saarland und die Kommunahlwahl in NRW an. Wie sieht Deine Prognose für diese Wahlen aus?

Aufgrund der hervorragenden parlamentarischen Arbeit der sächsischen Landtagsfraktion und dem Aufbau breiter örtlicher Strukturen gehe ich von einem sicheren Wiedereinzug in den Dresdner Landtag aus. Sehr optimistisch bin ich auch, was das benachbarte Thüringen betrifft. Für 6 - 7 % dürften wir dort gut sein. Schwieriger ist es, für das Saarland eine Prognose abzugeben, wo wir 2004 überaus achtbare 4 % erreichen konnten. Zum einen kenne ich die dortigen Verhältnisse nicht gut genug, zum anderen macht der Antritt des ehemaligen Saar-Ministerpräsidenten Lafontaine das Abschneiden der Linkspartei und ihr Abschöpfen von Protestwählern noch unwägbarer.

Reduziert um den Lafontaine-Effekt gilt das natürlich auch für die NRW-Kommunalwahl. Jedoch wird allein die gegenüber 2004 massive Ausweitung der Wahlantritte die Anzahl der kommunalen NPD-Mandate vervielfachen. Spannend dürfte es dort werden, wo es zu Konkurrenzantritten mit PRO und / oder REP kommt. Schade ist, daß es nicht gelungen ist, einen Konkurrenzantritt von DVU und NPD in Dortmund zu vermeiden. Tatsache ist, daß mit Ausnahme zweier örtlich bedingter Ausreißer - Köln und Alsdorf - alle nationalen und pseudonationalen Parteien bei der Wahl 2004 um 3 % bei flächendeckenden und um 2 % bei Teilantritten lagen. Das dürfte sich in der gegenwärtigen wirtschaftlichen und sozialen Situation steigern lassen, ohne daß man deshalb gleich die Bäume in den Himmel wachsen sieht.
Ziel ist natürlich überall die Erreichung des Fraktionsstatus, um überhaupt etwas bewirken zu können.

 

Am 27.September findet die Landtagswahl in Brandenburg und
die Wahl zum 17. Bundestag statt.
Wie siehst Du die Chancen für die DVU (Landtagswahl Brandenburg) und die NPD (Bundestagswahl 2009)?

Vom Einzug der DVU in Brandenburg hängt letztendlich ab, ob es unter Erfolgsgesichtspunkten überhaupt noch verantwortet werden kann, die DVU als eigenständige Partei zu belassen, bzw. sie bei Wahlen antreten zu lassen. Gelingt der Einzug nicht mehr, dürfte die immer stärkere Popularität der NPD auch in Brandenburg den Bemühungen um den meines Erachtens wünschenswerten Zusammenschluß beider Parteien mehr Nachdruck verleihen. Alternative wäre allenfalls die Rückführung der DVU auf den Vereinsstatus, den sie seit ihrer Gründung 1971 bis 1987 auch innehatte.

Das Abschneiden der NPD bei der Bundestagswahl wird sehr stark von dem möglichen Auftrieb durch die vorangegangenen Landtagswahlen am 30. August abhängen. Daher verbietet sich zum jetzigen Zeitpunkt eine Prognose.

 

Kommen wir nun speziell auf die Wahlen in NRW zu sprechen. Euer Wahlkampf im Ennepe-Ruhr-Kreis schreitet unaufhaltsam voran, positive Resonanzen aus der Bevölkerung zeigen, daß Ihr auf dem richtigen Weg seid. Wie schätzt Du die Chancen im EN-Kreis für die NPD ein und können die vorhandenen Mandate,die bei der letzten Wahl errungen wurden (Schwelm, Witten, Hattingen, etc.) gehalten werden?

Für unsere jetzigen Wahlantritte ist die kontinuierliche Aufbauarbeit der letzten elf Jahre von entscheidender Bedeutung. Seit dem Kreistageinzug 1999 brauchen wir in allen kreisangehörigen Gemeinden keine Unterstützungsunterschriften mehr zu sammeln. In unserer Region ist die NPD allein dadurch mehr verwurzelt als in anderen Teilen NRWs, daß wir bei möglichst jeder Wahl versucht haben, auf dem Wahlzettel zu stehen, um ein Stammwählerpotential aufzubauen. Bereits 2000, als die Landespartei noch nicht zu einem generellen Antritt zur Landtagswahl in der Lage war, haben wir in allen 3 Landtagswahlkreisen des EN-Kreises Direktkandidaten aufgestellt und durch Unterschriftensammlung auf den Wahlzettel gebracht. Im Rahmen des planmäßigen Vorgehens, daß man mit einem Krebsgeschwür am Körper des morschen Systems vergleichen könnte, welches Metastasen wirft, haben wir 2004 die Antritte in Hattingen und Witten durchgeführt.

Parallel dazu haben wir eine intensive Interessentenbetreuung durchgeführt, ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm mit Versammlungen, Stammtischen, Festen, Exkursionsfahrten, etc. angeboten, um die Gemeinschaft und den kameradschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Bewußt haben wir darauf geachtet, keine Spinner, Querulanten, notorischen Besserwisser und Provokateure in unsere Reihen aufzunehmen, die Unruhe stiften und seriöse Interessenten abschrecken. Deshalb hat unser Kreisverband eine sehr ausgeglichene Sozial- und Altersstruktur und ist von Streitereien untereinander um Posten oder private Nebensächlichkeiten, wie sie anderenorts immer wieder auftreten, seit seiner Wiedergründung 1998  verschont geblieben. Da wir den üblichen Klischees überhaupt nicht entsprechen und eine kontinuierliche, für die Bevölkerung deutlich wahrnehmbare Arbeit leisten, konnten wir eine gewisse Gravitationskraft ausüben. Nicht nur, daß wir einige Mitglieder aus anderen Gebieten haben, die lieber bei uns mitmachen, wir konnten bereits 1999 sechs Republikaner als Kommunalwahlkandidaten aufstellen, die daraufhin von Winkelsett und Co. mit Ausschlußverfahren überzogen wurden. In der Folge ist der REP-Kreisverband aufgelöst worden, seine Mitglieder sind entweder zu uns übergetreten oder unterstützen uns zumindest personell und finanziell. Ebenso gibt es im EN-Kreis keine DVU mehr und für PRO-Gründungen weder Potential noch Bedarf. Eine im Südkreis existierende Kameradschaft tat sich weitgehend nur auf dem Feld des kollektiven Saufens hervor und war Anfang dieses Jahrzehnts für einige demonstrative Auftritte verantwortlich, die selbst unserere eigenen Wähler und Sympathisanten gruselten. Daher haben wir dieselbe konsequent ignoriert, während wir bekanntermaßen mit den vernünftigen freien Strukturen im Nordkreis ein freundschaftliches Verhältnis pflegen und personelle Schnittmengen haben.

Durch die enge Verklammerung insbesondere des Südkreises mit dem benachbarten Wuppertal hat sich für uns von Anfang an eine starke Zusammenarbeit mit den Wuppertaler Kameraden von selbst ergeben. Wir halfen uns gegenseitig bei Wahlkämpfen und Aktionen und führten gemeinsame Versammlungen durch. Nachdem diverse Versuche einer selbständigen KV-Organisation im Bergischen gescheitert waren, wurden beide Gebiete auch organisatorisch zu einem KV vereinigt, was dem Entschluß, auch in Wuppertal den Kommunalwahlantritt zu wagen, starken Auftrieb gab. Auch hier arbeiten wir mit Erfolg daran, die höchst überflüssigen Reste der absolut systemkonformen und duckmäusernden Republikaner zu verdrängen bzw. in ihren gesunden Teilen zu absorbieren.
Der erste Erfolg konnte mit dem Übertritt des Oberbarmer Bezirksvertreters Andre Hüsgen bereits erzielt werden.  
Auf dieser gesunden Grundlage bin ich optimistisch, daß es uns gelingen wird, diesmal mindestens in Gruppenstärke in den EN-Kreistag sowie den Wuppertaler Stadtrat einzuziehen. In den einzelnen EN-Gemeinden ist die Ausgangslage unterschiedlich. In kreisangehörigen Gemeinden haben bereits zwei Abgeordnete nach der neuen NRW-Gemeindeordnung Fraktionsstatus. Diesen werden wir in Schwelm, Ennepetal, Gevelsberg und Hattingen diesmal realistisch erreichen können, während ich im sozial und wirtschaftlich gebeutelten Witten angesichts der höheren Einwohnerzahl und der sich daraus ergebenden höheren Zahl von Ratssitzen (= weniger Prozent zur Erreichung eines Mandates) durchaus das Potential für 3 Sitze sehe. In den kleineren Städten Herdecke und Wetter rechne ich beim Erstantritt und der geringen Größe der Räte zunächst nur mit jeweils einem Mandat für die Kameraden Wiggershaus und Klein.
Auch für den Einzug in mehrere Wuppertaler Stadtbezirksvertretungen stehen die Aussichten gut.

Problematisch sind für uns nur die Städte Sprockhövel und Breckerfeld. In Sprockhövel fehlt uns als potentieller Stadtrat besonders der bisherige Kreistagsabgeordnete Dieter Koch, der aus familiären Gründen und wegen des Terrors, dem u. a. seine Kinder an hiesigen und Wuppertaler Schulen ausgesetzt sind, nicht mehr antreten möchte. Ohne qualifizierte Personen, die ein Mandat auch wahrnehmen könnten, macht ein Antritt keinen Sinn. Gleiches gilt für Breckerfeld, wo es uns bisher nicht gelungen ist, örtliche Ansprechpartner und Multiplikatoren zu gewinnen. Nach der Kommunalwahl wird hierauf ebenso ein Hauptaugenmerk liegen, wie auf der Ausbreitung unserer Strukturen in weitgehend "unerschlossenen" benachbarten Gebieten im Süden, d. h. Remscheid und der Oberbergische Kreis. Dort sind wir für die Organisation des Bundestagswahlkampfes verantwortlich und wollen es durch intensive Arbeit schaffen, daß in fünf Jahren dort auch die NPD auf dem kommunalen Wahlzettel steht. Bereits jetzt haben wir mehrere Mitglieder in Radevormwald und hoffnungsvollen jugendlichen Nachwuchs in Remscheid, das als eine der am meisten überfremdeten Städte in NRW ein dankbares Objekt der NPD-Arbeit darstellen wird.

 

Die Linke hat bei den letzten Wahlen gezeigt, daß ihr Wählerpotential nicht zu unterschätzen ist. Glaubst Du, sie wird im Superwahljahr 2009 an vorherige Wahlerfolge anknüpfen und diese auch deutlich verbessern können?

Das zeitweise Erstarken einer Linksaußenformation, ist in Zeiten zunehmender wirtschaftlicher und sozialer Verwerfungen nichts Außergewöhnliches. Es ist etwa vergleichbar dem parallelen Anwachsen der politischen Flügelparteien in der Endphase der Weimarer Republik. Wie Ernst Nolte so treffend nachgewiesen hat und deshalb von den BRD-Mächtigen verfemt wurde, war die Zunahme der bolschewistischen Drohung, das finstere Beispiel der seit 1917 realexistierenden Sowjetunion als riesigem KZ, die Hauptursache für das Entstehen und schließliche Erstarken der faschistischen und nationalsozialistischen Gegenbewegungen in Europa. Während die Nationalisten aus den strategischen und strukturellen Fehlern der Vergangenheit gelernt haben und eine den Zeitumständen gemäße politische Vision ohne nostalgische Reminiszenzen entwickelt haben, haben die Linken nicht das Geringste dazugelernt.

Nach dem grandiosen Scheitern des kommunistischen Experiments, welches ebenso wie Liberalismus und die abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam auf einem falschen, lebensunrichtigen Menschenbild basiert und den Tod von sechzig Millionen Menschen zu verantworten hat, haben die unbelehrbaren Anhänger dieser unmenschlichen Ideologie zunächst eine Schamfrist wahren müssen. Nun aber, da sich - zunächst mit Schröder Agenda 2010 und Hartz IV und in jüngster Zeit durch die vom US-Finanzsektor ausgehende Weltwirtschaftskrise - die Schattenseiten der kapitalistischen Wirtschaftsordnung zeigen, wagen sich diese getarnt als "demokratische Sozialisten" wieder hervor. Sie nutzen die natürlich berechtigte Kritik an den immer unsozialer werdenden Verhältnissen, um den Menschen ein illusorisches Wolkenkuckucksheim zu versprechen - natürlich im Sinne ihrer internationalistischen Ideologie für Hinz und Kunz, egal, welcher Nationalität er auch angehört. Nicht, daß die Marx'sche Analyse des kapitalistischen Wirtschaftssystems etwa falsch wäre, aber die daraus abgeleiteten Lösungsvorschläge führen wegen ihrer blauäugigen, lebensfremden Beurteilung der menschlichen Natur in die Irre. Denn der Mensch ist nicht nur egoistisches Individuum, wie im Liberalismus postuliert, aber auch nicht nur Gemeinschaftswesen, weshalb die Vergesellschaftung allen Eigentums - besonders an Produktionsmitteln - eine Utopie ist, die ins Chaos führt.

Ich betrachte jedoch dieses Phänomen im Rahmen jener zwangsläufig ablaufenden Entwicklung die zur finalen Krisis des herrschenden Systems führt. Die Volksgenossen, welche sich jetzt vorübergehend diesen Wölfen im Schafspelz aus Wut über die soziale Ungerechtigkeit zuwenden, wenden sich damit - zumindest subjektiv - von dem das System tragenden Parteienkartell ab. Die Linken sind jedoch weder in Deutschland strukturell mehrheitsfähig noch haben sie - einmal irgendwo in der Verantwortung - praktikable Antworten auf die Probleme. In Berlin tragen sie brav den Sozialabbau ihrer roten Vettern der SPD mit. Mittelfristig werden sich daher ihre Anhänger und Mitläufer - nicht die verblendeten Anführer - uns als einziger verbliebener und glaubwürdiger Systemalternative zuwenden. Sie sind damit - wenn auch auf anderem politischen Terrain - ebenso ein "Durchlauferhitzer" wie es die populistischen Eintagsfliegen à la "pro NRW" auf dem Gebiet des Kampfes gegen Islamisierung und Überfremdung sind. Mehr Potential steckt in diesen ewiggestrigen Vertretern einer Idologie von Anno Dunnemals nicht.

Man sieht es an vielen Karrieren von Personen, die ursprünglich aus anderen politischen Spektren stammen - von ganz links bis konservativ: Wenn sie einmal mit dem Nachdenken angefangen haben und sich öffentlich einschlägig geäußert haben, werden sie von den Mechanismen der "Political Correctness" schneller stigmatisiert und ins gesellschaftliche Abseits gedrängt, als ihnen lieb ist. Dort geraten sie quasi automatisch in das Gravitationsfeld der NPD, um so mehr als es der Partei gelingt, die "Lufthoheit" im nationalen Lager zu verteidigen und nach Kräften auszubauen (Personalstärke, weitere Parlamentseinzüge, etc.). Wer sich ehrlich Rechenschaft über die in Deutschland herrschenden Verhältnisse gibt, dem bleibt eigentlich keine andere Wahl, als die NPD - vielleicht nach einer mehr oder minder langen Phase des Zögerns und der Beschnupperung - nach Kräften zu unterstützen, wenn unser Land noch einmal gerettet werden soll.

Aus diesen Ausführungen ergibt sich zweifelsohne, daß ich ein Anwachsen der Linkspartei auf Kosten der anderen Etablierten als eine wesentliche Komponente der Destabilisierung des Systems sehr begrüße. Wie sehr wie auf Weimarer Verhältnisse zutreiben, zeigen auch die Vorkommnisse am 1. Mai, bei denen sich Kameraden gegen Angriffe der Bolschewisten und der systemgesteuerten Polizei zur Wehr setzen mußten. 

 

Vielen Dank dafür, daß Du dir die Zeit genommen hast für dieses Interview.
Ich wünsche Dir für deine politische und private Zukunft alles erdenklich Gute.
Desweiteren wünsche ich Dir viel Erfolg das der Wahlkampf speziell in NRW  sich bei den Wahlen auszahlt und nationale Politik in allen Teilen der brd vertreten ist.

Die letzten Worte/Grüße gehören Dir.

Ich freue mich für die Zukunft auf eine ebenso reibungslose wie erfolgreiche Zusammenarbeit von Partei und parteiunabhängigen Nationalisten in unserer Heimatregion. Unsere schwere Aufgabe, die wir für unser Volk und Vaterland zu leisten haben, verpflichtet uns zu diszipliniertem, kontinuierlichem Engagement, das Rückschläge wegstecken kann und kontraproduktive Entwicklungen, wie etwa interne Grabenkämpfe, vermeidet.
Dann werden wir am Ende den Sieg davontragen und ein besseres Deutschland schaffen.

 

(Das Interview führte Christian von den Freien Nationalisten Witten)